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title: "Hybride Meetings moderieren: Zugeschaltete einbinden"
description: "Hybride Meetings moderieren: Ablenkungen zu Beginn ausschalten, Zugeschaltete zuerst fragen und eine Person im Raum für sie zuständig machen."
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# [Hybride Meetings moderieren: Zugeschaltete einbinden](https://www.ride-consulting.com/blog/hybride-meetings-moderieren)

 Geschrieben von [Tim Becker](https://www.ride-consulting.com/blog/author/tim-becker) | Oct 20, 2026, 8:00:00 AM

In einem hybriden Meeting sitzt ein Teil der Gruppe im Raum, der andere Teil ist per Video zugeschaltet. Die Zugeschalteten kommen dabei leicht zu kurz: Sie werden seltener gefragt, hören schlechter mit und sind schneller abgelenkt. Was mir dabei am meisten auffällt, ist die fehlende Aufmerksamkeit. Deshalb fange ich nie direkt an, sondern sage zuerst: „Handys weglegen, Mailprogramme und Chats schließen, und dann erst los.“ Dazu kommen ein paar Regeln im Ablauf, die den Zugeschalteten einen festen Platz geben.

Wie Moderation im Raum allgemein funktioniert, beschreibe ich in [Gut moderieren: Was im Raum den Unterschied macht](https://www.ride-consulting.com/blog/gut-moderieren). Hier geht es um den Sonderfall, dass nicht alle im selben Raum sind.

## Warum die Zugeschalteten außen vor bleiben

Die Zugeschalteten bleiben außen vor, weil das Meeting sich fast von selbst nach dem Raum richtet. Wer im Raum sitzt, sieht Blicke, hört Zwischenrufe und kommt mit einem kurzen Handzeichen dran. Wer zugeschaltet ist, sieht oft nur einen Ausschnitt und muss sich aktiv melden, um überhaupt bemerkt zu werden.

Das ist kein Einzelfall. Im Work Trend Index 2022 von Microsoft, einer Befragung von rund 31.000 Menschen in 31 Ländern, gaben 43 % der Remote-Beschäftigten an, sich in Meetings nicht einbezogen zu fühlen. Nur 27 % der Führungskräfte sagten, ihr Unternehmen habe Regeln für hybride Meetings entwickelt ([Microsoft, Work Trend Index 2022](https://news.microsoft.com/source/emea/2022/04/work-trend-index-hybrid-work-as-a-new-cultural-norm/)).

Mir fällt dabei vor allem die Aufmerksamkeit auf. Menschen schalten die Kamera aus oder machen nebenbei doch etwas anderes. Das ist nachvollziehbar: Am eigenen Bildschirm sind Mails und Chats nur einen Klick entfernt, und niemand im Raum bekommt es mit. Für das Meeting heißt das aber, dass ein Teil der Gruppe nur halb dabei ist.

## Vor dem Start: Ablenkungen gemeinsam ausschalten

Bevor es inhaltlich losgeht, spreche ich das Thema Ablenkung direkt an: „Handys weglegen, Mailprogramme und Chats schließen, und dann erst los.“ Das gilt für alle, im Raum genauso wie am Bildschirm.

Der Satz klingt schlicht, wirkt aber in zwei Richtungen. Er macht klar, dass dieses Meeting volle Aufmerksamkeit braucht. Und er behandelt beide Gruppen gleich. Die Zugeschalteten bekommen keine Sonderregel, sondern dieselbe Ansage wie alle anderen.

Was sich zusätzlich bewährt hat: zu Beginn kurz klären, ob die Kameras an sein sollen. Eine Kamera, die an ist, ersetzt keine Aufmerksamkeit. Sie macht es aber leichter, zu sehen, wer gerade etwas sagen möchte oder irritiert schaut.

## Die Zugeschalteten zuerst fragen

Eine einfache Regel gleicht vieles aus: Bei Runden und offenen Fragen kommen die Zugeschalteten zuerst dran. Im Raum findet sich immer jemand, der spontan antwortet. Wer zugeschaltet ist, wartet oft ab, ob eine Lücke entsteht, und bis dahin ist die Diskussion schon weiter.

Konkret kann das so klingen: „Ich fange online an. Wie seht ihr das?“ Danach geht es im Raum weiter. Bei Runden, in denen jede Person etwas sagt, hilft eine feste Reihenfolge, die alle kennen. Dann muss niemand am Bildschirm überlegen, wann er oder sie dran ist.

Auch beim Abfragen von Meinungen hilft es, auf Formen zu setzen, die online genauso funktionieren wie im Raum. Ein Handzeichen im Raum und eine Reaktion im Videotool sind gleichwertig, wenn du beide ausdrücklich zählst. Mehr dazu, wie Fragen an die ganze Gruppe den Raum öffnen, steht in [Crowd Work: Was Vortragende von Comedians lernen können](https://www.ride-consulting.com/blog/crowd-work-vortragende-comedians).

## Eine Person im Raum ist für die Zugeschalteten zuständig

Als Moderatorin oder Moderator hast du im Raum genug zu tun. Den Chat, die virtuellen Handzeichen und die Mimik auf dem Bildschirm nebenbei im Blick zu behalten, gelingt selten. Eine Möglichkeit ist, eine Person im Raum ausdrücklich dafür zuständig zu machen.

Diese Person achtet darauf, ob sich online jemand meldet, ob der Ton noch ankommt und ob jemand gerade nicht folgen kann. Sie darf unterbrechen, wenn das nötig ist. Wichtig ist, dass das zu Beginn angesagt wird, damit die Zugeschalteten wissen, an wen sie sich wenden können.

## Technik so aufbauen, dass beide Seiten sich hören und sehen

Viele Probleme in hybriden Meetings sind eigentlich Technikprobleme. Wenn die Zugeschalteten nur die Hälfte verstehen, steigen sie innerlich aus, auch mit der besten Moderation. Ein paar Punkte lohnen sich vor dem Termin:

- **Ton zuerst.** Ein Raummikrofon, das auch die Leute am Tischende erfasst, ist wichtiger als ein gutes Bild. Ein kurzer Tontest mit einer zugeschalteten Person vor dem Start spart später viele Nachfragen.
- **Die Zugeschalteten sichtbar machen.** Ein großer Bildschirm auf Augenhöhe im Raum sorgt dafür, dass die Gruppe im Raum die Zugeschalteten nicht vergisst.
- **Ergebnisse dort festhalten, wo alle sie sehen.** Ein Flipchart im Raum ist für die Zugeschalteten oft kaum lesbar. Ein digitales Board, das alle sehen, gleicht das aus.

Wie du Ablauf, Raum und Material allgemein vorbereitest, steht in [Workshop planen: Vom Ziel bis zur Nachbereitung](https://www.ride-consulting.com/blog/workshop-planen).

## Wann ein hybrides Format nicht die beste Wahl ist

Hybrid ist nicht immer die beste Lösung. Bei kurzen Abstimmungen und regelmäßigen Teamrunden funktioniert es gut, wenn die Regeln klar sind. Schwieriger wird es bei Terminen, in denen eine Gruppe gemeinsam etwas erarbeiten oder eine schwierige Entscheidung treffen soll. Dann ist es oft fairer, alle in einen Raum zu holen oder alle online zu treffen. So haben alle dieselben Bedingungen.

Welche Formate sich gerade durchsetzen und warum Präsenz wieder an Bedeutung gewinnt, beschreibe ich in [Workshop-Methoden 2026: Welche Trends sich gerade durchsetzen](https://www.ride-consulting.com/blog/workshop-methoden-trends).

## Zusammengefasst

In hybriden Meetings richtet sich vieles von selbst nach dem Raum, und die Zugeschalteten sind schneller abgelenkt. Was hilft: vor dem Start Ablenkungen ausdrücklich ausschalten, für alle gleich. Die Zugeschalteten bei Fragen und Runden zuerst drannehmen. Eine Person im Raum für sie zuständig machen. Und die Technik so vorbereiten, dass beide Seiten sich gut hören. Wenn eine Gruppe gemeinsam etwas Schwieriges entscheiden soll, lohnt sich die Frage, ob nicht alle am selben Ort besser aufgehoben sind.

Titelbild: Foto von [Viridiana Rivera](https://www.pexels.com/photo/business-presentation-with-interactive-video-call-28683720/) auf Pexels

[Vollständigen Beitrag anzeigen](https://www.ride-consulting.com/blog/hybride-meetings-moderieren)

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